Mr. Hayabusa
Facebook-Fan werden

Bericht und Bilder von der Rolling50/1000
auf dem Flugplatz in Lahr am 5. Juni 2016

Licht & Schatten in Lahr

Am vergangenen Sonntag, den 05.Juni 2016 war es endlich so weit, die Übergabe der komplett überarbeiteten SD-Performance Turbo-Hayabusa an Mr. Hayabusa im Rahmen des SCC500 in Lahr fand statt. Ein Steuergeräteproblem beim Sport1-Track Day im vergangenen Jahr, war Auslöser für die umfangreiche Überarbeitung.

Das SD-Performance-Team wurde hierbei Aufgrund der hohen eigenen Auslastung durch die Mr. Hayabusa Mechaniker Daniel Lauenstein und Lars Römer hervorragend unterstützt.

Eine kleine Anmerkung am Rande:
Ich persönlich rate jedem von Ignitech-Steuergeräten aus CZ in spe ab … bei Problemen mit den Geräten ist keinerlei Support zu erwarten. Also Finger weg!

Doch wenden wir uns einmal den positiveren Dingen zu.

Es war Samstagabend und das Rennen am Sonntag in Lahr stand bevor. Durch die große Hilfsbereitschaft des SCC500-Veranstalters Peter Klein war es mir möglich, meine überarbeitete Maschine noch einmal auf Herz und Nieren auf der Start- und Landefläche des Lahrer Flughafens zu testen bevor es am Sonntag dann ernst werden würde.

Der Ladedruck war vorerst auf 1,2 bar eingestellt, was einer Leistung von ca. 300 PS am Hinterrad entspricht. Das Bike unter mir fühlte sich an wie ein Hengst, der lange im Stall gestanden hat und nun voller Herzenslust herum galoppieren konnte.

Da die 400 PS den Bridgestone-Hinterreifen infolge der Prüfstandsläufe doch schon sehr gezeichnet haben, wurde von meinem Mechaniker Lars für das Rennen am Sonntag nochmal ein neuer Reifen aufgezogen um die vollen 1,9 bar Ladedruck und damit die 400 PS am Hinterrad am Sonntag auf die Strecke zu bekommen.

Nun war es Sonntag und es ging an den Start. Die Veranstaltung von Peter Klein (SCC500 – Rolling 50) war durch die ca. 2500 Zuschauer trotz ungewisser Wetterprognose sehr gut besucht.

Ich war voll motiviert den Zuschauern eine super Show zu bieten. Ich fuhr mit meiner Turbo an die Startlinie und wartete auf den Startschuss. Doch nach den ersten Metern verspürte ich auf einmal einen abrupten Leistungseinbruch. Nicht vergleichbar mit der Leistungsentfaltung während der Tests am Vortag. Dabei hatte ich mich infolge der Ladedruckerhöhung von 1,2 auf 1,9 bar auf einen gewaltigen Leistungsschub vorbereitet.

Ich stellte dann auch jegliche weiteren Speedversuche ein, weil ich mich infolge des Leistungsverlusts der 300er Marke nur mühsamst nähern konnte. Doch was war die Ursache? Die Hayabusa im Serienzustand schafft die 300 km/h knapp - aber mit 400 PS sollte diese Marke problemlos gesprengt werden. Davon war ich allerdings weit entfernt.

Ich fuhr also wieder ins Fahrerlager und wartete zusammen mit Lars auf meinen Tuner Sebastian Scholz, in der Gewissheit er würde die Ursache schnell finden.

Als Sebastian mit seinem 230-PS-Monsterkart zurück ins Fahrerlager kam, schilderte ich Ihm direkt meine Eindrücke über das schlagartige Leistungsdefizit. Er zögerte nicht lange und fing dann unmittelbar an das Ladeluftsystem auf eventuelle Undichtigkeiten hin zu überprüfen.

Keine 5 Minuten später war die Ursache gefunden. Eine Schraubschelle des Ladeluftschlauchs hat dem Druck von 1,9 bar nicht standgehalten und war gerissen. Ein Pfennigartikel war also die Ursache für die fehlende Leistung. Kleine Ursache – große Wirkung !

Die Schlauchschelle wurde dann natürlich direkt getauscht, allerdings war keine passende Größe verfügbar und so musste improvisiert werden - aber jetzt goss es aus allen Rohren auf den „Dragstrip“. Sicherheitshalber unterbrach Peter Klein seine Beschleunigungsveranstaltung- immerhin waren auch Fahrzeuge mit bis zu 1500 PS dort am Start. Nach ca. 1 Std. schlossen sich die Himmelstore und die Sonnen verwandelte innerhalb einer weiteren Stunde die Landebahn wieder in einen nutzbaren Dragstrip.

Ich ließ mir aber dennoch sicherheitshalber etwas mehr Zeit – die Vierradfraktion waren feuchte Stellen relativ egal- aber bei meiner Turbo waren es maximal 12cm Auflagefläche, die Motorrad & Asphalt verbanden- da können feuchte Stellen bei 400 PS Brachialleistung tödlich sein…

Auf dem Hinweg zum Vorstart gab ich schon mal soviel Gas, dass der Turbolader seinen Dienst aufnahm- der Reifen jammerte laut und ich war mir sicher, wieder volle Leistung abrufen zu können.

Linke Bahn Mr. Hayabusa mit seinen400 PS- rechte Bahn ein Nissan-GTR mit 1400 PS.
Das war das Duell der Giganten, auf das sich die Zuschauer so gefreut hatten. Der Streckensprecher war echt aus dem Häuschen. Armin war genau der Richtige für so eine Veranstaltung- er brachte „Emotions“ wirklich rüber und informierte die Zuschauer mit seinem hintergründigen Fachwissen.

Ich signalisierte Armin, dass ich noch eine Leerfahrt vor dem Duell machen wollte- ich wollte die abgetrocknete Stecke fühlen und den Hinterradreifen nochmals erhitzen, denn die Wartezeit am Vorstart hatte die Aufwärmarbeit meines HSR- Reifenwärmers eliminiert- sprich: „er war temperaturmäßig nicht mehr im optimalen Betriebsfenster“.

Was dann passierte, ja das hatte ich vielleicht noch nie so intensiv gespürt. Ich saß auf einer SD-Performance-Rakete und in den ersten vier- ja vier Gängen !!! hob sich die Hayabusa wie ein Rodeopferd gen Himmel. Das alles passierte in einer irrwitzigen Schnelligkeit- ich hatte wirklich Mühe den Falken nicht abheben zu lassen und das SD-Performance-Geschoss auf dem Dragstrip zu halten…

Ich wünschte mein Tuner Sebastian Scholz von SD-Performance hätte in diesem Moment meine Augen strahlen sehen können!

Die Ziellinie im Auge bemerkte ich allerdings erneut einen Leistungseinbruch. Die zuvor provisorisch befestigte Schraubschelle für den Ladeluftschlauch quittierte den Dienst leider vorzeitig. Dennoch stand nach 1000 m eine Geschwindigkeit von 306 km/h auf der Uhr, womit ich fast gleichauf mit dem stärksten Auto (Porsche 9ff mit 1500 PS) des Tages war.

Ich fuhr zurück zum Start- dort wartete mein 1400 PS- Gegner…. aber er musste dann alleine loszaubern - ich fuhr dann mit 60 km /h wieder ins Fahrerlager.

Fazit: Die 1,9 bar Ladedruck erfordern offensichtlich stärkere Schlauchschellen um der Kraft standhalten zu können. Sobald diese montiert sind, geht es pfeilgerade in Richtung neuen SPEEDRECORD, denn die SD-Performance Turbo Hayabusa geht nach der Modifikation wie die Hölle.

Lieber Seb, lieber Lars, in Kürze rocken wir das Ding wieder….ich bin wirklich wieder guter Dinge nach dem ganzen Steuergerätefiasko…

Vielen lieben Dank vom Elmar

 

[zurück zur Übersicht]


http://www.mr-hayabusa.de - aktualisiert am: 21. April 2017 - IMPRESSUM - KONTAKT - SITEMAP