Mr. Hayabusa
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Public Race Days und Nitrolympx am Hockenheimring
Mr. Hayabusa beim europäischen Gipfeltreffen der Beschleunigungs-Asse

von Michael Busch- Pressereferent Mr. Hayabusa


Zwei Rennwochenenden und dazwischen nur 3 Brückentage - die Public Race Days (08.+09.08.2009) und eine Woche später die Nitrolympx (14.08 - 16.08.2009). Für Mr. Hayabusa Elmar Geulen ist das alle Jahre wieder ein Racemarathon.

Weil die Anreise für die letztgenannte Veranstaltung schon am Donnerstag erforderlich ist lohnt es sich für den Euskirchener Rennfahrer nicht, am Ende des Public Race-Sonntags seinen ganzen Tross (etwa 28 Tonnen Rennequipment) zusammenzupacken und heimzufahren, um drei Tage später wieder zum Hockenheimring aufzubrechen.

Was für die anderen Teilnehmerteams nicht erlaubt ist, darf Mr. Hayabusa als ganz persönliches Privileg genießen:
Zwischen den beiden Events im Fahrerlager bleiben. Mit Ausnahmegenehmigung - denn hier in Hockenheim gilt er beim Veranstalter und beim Publikum gleichermaßen als Garant für Stimmung und Action. Und darum geht es vordergründig, wenn einmal im Jahr auf dem Hockenheimring renntechnischer Ausnahmezustand herrscht. Vergiss die Kurven der Rennstrecke (die gibts nur bei den Damen
im Publikum), vergiss Bremspunkte. Der Motorsport erlebt hier seine Reduzierung auf das allerwesentlichste. Start - Gas - Ziel.
Dazwischen exakt 402,34 Meter geradeaus. Dragster-Rennen über die Viertelmeile- die Quartermile.

Und gleich zu Beginn dieses Berichtes soll mit einem ebenso unsachlichen wie respektlosen Vorurteil aufgeräumt werden, das man immer mal wieder (vorzugsweise aus Nichtrennfahrer-Kreisen) zu hören bekommt:
"Na ja - einfach geradeaus fahren, so eine große Kunst kann das nicht sein."
Physikalischer und motorsportlicher Unverstand, dem man am besten mit Fakten entgegentritt. Die hochkarätigen Boliden, die bei den Dragster-Rennen zum Einsatz kommen, leisten in der obersten Kategorie (Top Fuel) bis zu 8.000 PS. Am Ende der Viertelmeile - nach knapp 5 Sekunden - erreichen sie über 500 km/h. Beim Start kämpfen die Fahrer mit Beschleunigungskräften von bis zu 6 g. Selbst die Astronauten der Apollo-Mondraketen leben da bei ihren Starts mit 4 g fast komfortabel.

Um derartige Fahrleistungen zu realisieren gehen die Fahrzeug-Konstrukteure hautnah an die absoluten Grenzen der Physik.
Im Verbrennungsraum der Motoren - befeuert mit einem Gemisch aus 15% Methanol und 85% Nitromethan - entstehen Temperaturen von 3.500 Grad (zum Vergleich: der Schmelzpunkt von Eisen liegt bei 1.535 Grad).
Wenn ein solches Energiepotential in Bewegung umgesetzt wird gleicht das buchstäblich dem sprichwörtlichen Ritt auf der Kanonenkugel.

In diesen Extremen  bewegen sich jedoch nur die vierrädrigen Dragster. Bei den Motorrädern geht es etwas gemäßigter zu - allerdings nur, wenn man sich die Beschleunigungswerte lediglich als Zahlen anschaut. Die Wirklichkeit auf zwei Dragster-Rädern ist nicht weniger spektakulär als die der Dragster Cars.

Wie immer begann auch dieses Jahr für Mr. Hayabusa alles mit den Public Race Days, die praktisch als Qualifikation für die am nächsten Wochenende stattfindenden Nitrolympx gelten.
Der Hockenheimring zeigte sich von seiner schönsten Seite - die Sonne brannte fast ein wenig zu sehr. Doch trocken blieb es, und das war das allerwichtigste. Beim Dragsterrennen gibt es keine Regenvariante. Wenn es nass wird dreht sich im wahrsten Sinne des Wortes kein Rad mehr auf dem Quartermile Strip.

Vom ersten Lauf an bis in die Eliminations (Final-Läufe) verbesserte Elmar kontinuierlich seine Zeiten. Am Ende des Public Race-Weekends stand er zufrieden auf dem Treppchen:
Zwei Bestzeiten (und die Qualifikation für die Nitrolympx) in der Tasche und die Pokale in der Hand.

Das kommende Wochenende aber würde sich als ganz andere Liga präsentieren - soviel stand fest.
Der Name Nitrolympx steht für hochklassigen Dragstersport und ist das weltweit größte Drag Race außerhalb der USA. Die absoluten Weltklasse-Teams versammeln sich hier zum Showdown auf der Rico Anthes Quartermile, und wenn die PS-strotzenden Boliden gestartet werden kommt einem  das
Hockenheimer Motodrom wie ein Erdbebengebiet vor. Hier starten die besten der Besten und schenken sich nichts.

Mr. Hayabusa Elmar Geulen weiß das und zieht alljährlich in den Hockenheimer Krieg um Zehntelsekunden. Seine Waffen und seine Kampftechnik - auf seine eigentliche Aufgabe, das Rundstreckenrennen, eingestellt - lassen ihn dabei eher wie David im Kampf gegen Goliath erscheinen.
Freilich verfügt seine 400 PS starke Suzuki MAB-Turbo-Hayabusa über ein sattes Leistungspolster. Dennoch: wenn man die bulligen reinrassigen Dragsterbikes sieht mit ihren unverschämt langen Schwingen und den umso kürzeren Tanks (durch die vorgezogene Sitzposition kommt das nötige Gewicht aufs Vorderrad) - um etliche Zentimeter tiefer als üblich - dann wirkt die Maschine von Mr. Hayabusa seltsam hochbeinig und grazil. Kein Wunder: Im Gegensatz zu den reinen Dragster-Rennfahrern muss Elmar Geulen mit seiner MAB-Turbo-Hayabusa über die gesamte Saison verschiedenste motorsportliche Aufgaben erfüllen. Und dabei wird in der Regel auch schnell um die Ecke gefahren, nicht "nur" geradeaus.

Doch von den Meistern der Geraden gibt es kein abfälliges Denken für Mr. Hayabusa, der einmal im Jahr "fremdgeht" von seinem Geschäft mit Kurven und Bremspunkten. Sie achten und mögen ihn, denn so exotisch er im Starterfeld auch wirkt mit seiner edlen Hightech-Lederkombi (Skill Skin) und der
MAB- Turbo- Hayabusa im Rundstrecken-Look: hier auf der Hockenheimer Viertelmeile hat er schon so manche beachtungswürdige Zeit in den Asphalt gebrannt.

Am Vorstart zum ersten Lauf bewahrheiten sich die Befürchtungen über das Material der anderen Fahrer.
Tief geduckte Bikes mit ultralangen Schwingen überall. Das ist wichtig, denn das Vorderrad soll möglichst am Boden bleiben, wenn beschleunigt wird.

Der erste Start dann bestätigt in der Praxis, was theoretisch zu erwarten war. Die Hayabusa steigt vorn hoch wie ein wilder Präriehengst und schleudert einen wichtigen Teil Kraft überall hin, nur nicht auf den Asphalt. Und Elmars Kopfschütteln nach dem Lauf sagt mehr als Worte: "Ich bin überhaupt nicht zufrieden!" 

Jetzt gibt es fieberhaft überlegt, dann gibt es Arbeit für Mechaniker Daniel. Die Vordergabel wird mittels eines Spannbandes provisorisch zusammengestaucht, und am Ende steht die Nase der Suzuki deutlich tiefer als vorher. Immer noch weit entfernt vom Ideal, aber wenigstens etwas.Nachteil dieser Aktion ist aber die Tatsache, dass Elmar nach Durchfahren der Ziellinie mit ca. 280 km/h das Bike auf Block hat –also ohne Federung bremsen muss- eine wahre Hasadeurstat.

In einer stillen Ecke sitzt Elmar und hat diesen ernsten Ausdruck im Gesicht. Wer ihn kennt weiß: Er denkt sich was aus. Konzentriert sich; besinnt sich auf seine bekanntermaßen guten Startqualitäten. Und sucht nach dem Mittelweg, der eigentlich das Unmögliche verlangt - eine gute Show für die vielen Mr. Hayabusa-Fans (das heißt: Vorderrad hoch zum Wheelie) und optimale Leistungsumsetzung (also Vorderrad runter).

Am Schluss des Nitrolympx-Wochenendes sind alle zufrieden.
Die Fans haben tolle Wheelies gesehen und sich bei ihrem Mr. Hayabusa mit Applaus bedankt.
Mechaniker Daniel freut sich  die abenteuerliche Gabelmodifikation hat gehalten.

Und während der spektakulären Nightshow sitzt ein zufriedener Elmar auf der Tribüne: Einzug ins 1/16 Finale; 27. Platz von 41 Startern.
David hat Goliath diesmal nicht besiegt, aber kann mit erhobenem Haupt das Schlachtfeld verlassen. Mehr als ein Achtungserfolg - und Spaß hats auch gemacht.  

Jedoch soll nun mit Hilfe von MAB- Chef Michael Klein- die MAB-Turbo Hayabusa  Flügel bekommen - mehr wird noch nicht verraten…

 

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http://www.mr-hayabusa.de - aktualisiert am: 21. April 2017 - IMPRESSUM - KONTAKT - SITEMAP