Mr. Hayabusa
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Bericht & Bilder vom 58. Bremerhavener Fischereihafenrennen am 24. + 25. Mai 2015

Vorbericht: Mr. Hayabusa & das 58. Bremerhavener-Fischereihafen-Rennen
– das „Klein Monaco“ des Nordens

Mr. Hayabusa hat schon seinen Neoplan geputzt und fährt am Mittwoch dieser Woche nach Bremerhaven; dort findet zum 58.Mal das legendäre Bremerhavener Fischereihafen- Rennen zu Pfingsten statt. Die Zeittrainings sind Pfingstsonntag und die zwei Rennläufe sind am Pfingstmontag.

Heute hat Mr. Hayabusa seine LKM-Hayabusa bei seinem Freund & Tuner Hennes Löhr (LKM) abgeholt; dort sind beiden LKM-Rennmaschinen sind noch einmal von Hennes auf dem Prüfstand durchgecheckt worden und jetzt warten die Pferdchen schon ungeduldig auf Ihren Galopp in Bremerhaven.

 

Was haben das Bremerhavener Fischereihafen-Rennen und der US- Staat Missouri gemeinsam?

Das 58. Bremerhavener Fischereihafen-Rennen begann mit einem Paukenschlag: die Rennstrecke wird nach ja einem Todessturz in 2013 jedes Jahr nochmals auf Sicherheitsmängel seitens der obersten Motorsportbehörde- dem DMSB (Deutscher Motorsport Bund ) überprüft .In diesem Zusammenhang werden auch jedes Jahr zwei Schikanen montiert, um den Highspeed auf zwei Geraden einzubremsen. Im Prinzip eine gute Sache.
Doch bei der zweiten Schikane hatten die DMSB – Macher zu viel des Guten inszeniert. Nach einer langen Geraden speziell nach dem Start, wo 35 Fahrer mit Highspeed auf diese Schikane im Pulk angerauscht kommen, wurde die Schikane so aufgebaut, dass nur EIN Fahrer mit ca. 30 km/h dieses Nadelöhr passieren konnte. Bei Ansicht dieser Schikane wusste ich schon vor dem Fahrermeeting am Samstagabend, dass hier eine unkalkulierbare Horrorcrashsituiation geschaffen worden war: wenn ein Fahrer im Mittelfeld seinen Bremspunkt zu optimistisch gewählt hätte, würde er quasi auf den gesamten Fahrerpulk auffahren und es würde zu einem Massencrash führen.

Als Fahrersprecher wies ich bei der offiziellen Fahrerbesprechung den DMSB- Rennleiter auf diese unhaltbare Situation hin und bat dringendst um Entschärfung dieser Schikane hin. Doch der DMSB ignorierte schlichtweg unsere Fahrerbedenken und hielt an der Streckenführung fest.
Das freie Training der Topklasse- der Fishtown Open- wurde dann auch mittels eines Fahrers als Marshal durchgeführt. Das bedeutete, daß ich als erfahrener Pilot vorneweg fuhr- den Speed bestimmte und nicht vom Fahrerfeld überholt werden durfte.
Nach diesem freien Training und mehreren Stürzen im Schickanenbereich setzten sich die Topfahrer zusammen und wir beschlossen, dem Rennleiter mitzuteilen, daß wenn die Streckenführung in der zweiten Schickane nicht geändert werden würde, die Fahrer nicht zum Zeittraining & den zwei Rennläufen an den Start gehen würden.

Auf einmal wurden wir Fahrer ernst genommen und die zweite Schikane wurde so geöffnet, daß in der ersten Rennrunde es nicht zu Staus vor der Schikane kommen konnte. Alles war wieder gut. Nur schade, dass die Verantwortlichen des DMSB erst einmal die berechtigten Fahrerbeschwerden schlichtweg ignoriert hatten. Aber hier waren sich die Fahrer unisono einig, sodass wir als Protagonisten eine gemeinsame Macht waren.

Beim 1. Zeittraining war ich in der 3. Runde unterwegs, als ein Liechtensteiner Suzuki-Fahrer, dem ich jedes Jahr unter meiner QUICKUPTENT- Zeltlandschaft „Asyl“ gewähre, sich beim Einbiegen in eine enge 120 Grad-Rechtskurve noch innen an mir vorbei vorbeipressen wollte.
Es war eine Harakiri-Aktion ohne Sinn & Verstand, aber wenn ein Fahrer sich entschlossen hat, innen reinzustechen, kann er diese Entscheidung nicht mehr zurücknehmen. Adi ging die Straße aus und er fuhr einfach geradeaus und erwischte mich mit seinem Hinterrad noch an meinem einbiegenden Vorderrad. Natürlich wurde ich vom Motorrad geschleudert – Rennsprit trat aus und entzündete sich auf dem Asphalt. Es sah übel aus mit meiner LKM- Hayabusa.

Ich bin dann zu Fuß zu wieder ins Fahrerlager gegangen- mit Sturzhelm und geschlossenem Visier, damit ich nicht aus ersten Emotionen was Falsches sagen konnte.
Für mich war in diesem Moment in meinen Augen das komplette Rennwochende vorbei, da ich gesehen hatte, wie zerstört die Hayabusa aussah.

Echt betroffen saß ich vor meinem Bus, als Max Neukirchner (www.max-neukirchner.de) zum mir kam und mich fast 15 Minuten lang wieder aufgebaut hat- Motto: „thats racing“ und Racing ist unkalkulierbar, wen Menschen im Spiel sind.
Dann nach ca. einer Stunde kamen meine Mechaniker mit dem verunglückten Bike- der Besenwagen hatte noch zwei andere Trainings abwarten müssen, bis mein Bike wieder Richtung Fahrerlager gebracht werden konnte.
Superbike-Lenker war wie der Bremszylinder mit Ausgleichsbehälter abgerissen; die Verkleidung war natürlich eingerissen und verschrammt, Fußraste abgebrochen, Karbonvorderrad war beschädigt und natürlich war der Akrapovic-Auspuffendtopf deformiert.

Never give up - meine beiden Suzuki-Mechaniker entpuppten sich als echte Werksmechaniker - innerhalb von 45 Minuten bis zum zweiten Zeittraining stellten sie mir meine LKM-Hayabusa mit geschenktem Ersatzlenker von Fahrerkollege Thilo Günther fahrfertig wieder hin- eine Mechanikerleistung par excellence!!! An dieser Stelle nochmals meinen herzlichen Dank an Laui & Lars.

Ich platzierte mich unter den 42 zum Training zugelassenen Fahrern auf dem 15. Platz - mir fehlte ein ja fast das komplette 1. Zeittraining und im zweiten Zeittraining hatte ich immer wieder das Problem, daß ich keine freie Runde fahren konnte, da ich immer wieder auf langsame Fahrer auffuhr. Somit musste ich nun beide Rennläufe vom 15. Startplatz aus im Angriff nehmen. Im ersten Rennen fuhr ich in dem 10 Rundenrennen auf den 7. Platz. Doch zwei Runden vor dem Ziel kam ich kurz von der Strecke ab und verlor ca. 8 Sekunden, sodaß mich ein Fahrer noch vom 7.ten auf den 8. Platz verdrängte.
Im zweiten Rennen wollte ich nun mit aller Kraft noch weiter vorne und hatte auch meinen Mechanikern dies auch mit einem kompromisslosen Start angekündigt. Ich kann mit der bärenstarken LKM- Hayabusa aus dem zweiten Gang starten und mache dadurch meist auch zwei Startreihe gut. So der Plan.
Die Realität sah dann leider anders aus- beim Start trennte die Kupplung nicht richtig und mein Motor ging aus – DER Albtraum, denn hinter mir waren noch 5 Fahrerreihen, die trotz meiner direkt erhobenen Hand an mir vorbeikommen würden???
Alle schafften es an mir vorbeizukommen und die gesamte Fahrermeute war schon die Start & Zielgerade weg, als ich mit Schaum vor dem Munde nachstartete. Doch die Zuschauer peitschten mich mit Ihrem Beifall nach vorne - innerhalb einer Runde überholte ich 4 Mann und nach 8 Runden (der zweite Rennlauf wurde aus Zeitplanverspätung um zwei Runden gekürzt) hatte ich 10 Fahrer überholen können und war aber trotzdem nur 21ter !!!

Abends ging es dann wie jeden Tag zum Fischereihafen
ins Restaurant Reinhard`s

www.reinhard-jun.de

Bei einem Weizenbier und leckerem Fisch wurde meine Laune wieder besser - ja… ich hatte sogar Grund wieder zu lachen: eine junge Frau so um die 22-23 Jahre alt stand an einem Tisch uns gegenüber auf und bat mich in englisch von dort aus um ein Autogramm- eigentlich nichts Ungewöhnliches- schon mal gar nicht im Bremerhaven… Ich antwortete Ihr, dass ich im Reinhard`s ja noch länger anwesend sein würde und Ihren Wunsch sehr gerne später erfüllen würde.
Die Eltern der jungen Frau waren eine Amerikanerin und ein Bremerhavener- beide waren bewußt zu Pfingsten nach Bremerhaven gekommen und.. …hatten Ihre Tochter mitgebracht.
Als ich an Ihren Tisch ging, bemerkte ich, daß die junge Dame die ganze Zeit am Weinen war. Sie schluchzte und konnte sich nicht beruhigen….derweil Ihr Vater in deutsch mir mitteilte, daß ich als Mr. Hayabusa eine ganz besondere Rolle im Leben Ihrer Tochter spiele. Sie hätten jahrelang von Mr. Hayabusa erzählt, und so sei ich letztendlich dafür verantwortlich, daß Ihre Tochter nun den Motorradführerschein in den USA gemacht habe und eine kleine 300er Suzuki Ihr Eigen nenne und Sie nun alle Drei in Bremerhaven seien.
Ich musste auf Ihr T Shirt mein Signum verewigen – sie weinte noch immer emotional , weil Ihr Mr. Hayabusa an Ihrem Tisch stand- unglaublich, Sie hatte einen regelrechten Heulkrampf und konnte sich nicht beruhigen lassen.
So etwas hatte ich in all meinen Rennfahrerjahren weltweit noch nicht erlebt. Ich schenkte Ihr an Ihrem Tisch noch meine eigen MR. Hayabusa –Sonnenbrille, die ich auf dem Kopf trug. Ich herzte Sie und war & bin echt beeindruckt, welchen Stellenwert Mr. Hayabusa bei dieser jungen Dame aus Missouri / USA hat.
Somit verabschiedete ich mich von einer Woche Bremerhaven nach sportlichen Tiefschlägen, aber auch mit einem emotionalem Hoch, denn solche Momente kann man(n) sich nicht kaufen…

 

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http://www.mr-hayabusa.de - aktualisiert am: 15. Juni 2016 - IMPRESSUM - KONTAKT - SITEMAP